TRGS 900 – Aktualisierung der Arbeitsplatzgrenzwerte (Mai 2025)
Neue und geänderte Arbeitsplatzgrenzwerte für 12 Stoffe, darunter verschärfte Werte für Isocyanate und Formaldehyd.
Fachliche Analyse
Was hat sich geändert?
Für 12 Stoffe wurden neue oder angepasste Arbeitsplatzgrenzwerte festgelegt. Besonders relevant: Isocyanate (MDI/TDI) und Formaldehyd erhalten deutlich niedrigere Grenzwerte.
Warum ist das wichtig?
Niedrigere Grenzwerte erfordern häufig technische Nachrüstungen bei der Absaugung oder Änderungen der Arbeitsverfahren. Die Einhaltung muss durch Messungen nachgewiesen werden.
Wen betrifft es?
Lackierereien, Polyurethan-Verarbeitung, Holzverarbeitung, Labore, Desinfektionsmittelhersteller, alle Betriebe mit Formaldehyd-Exposition.
Was muss der Betrieb jetzt tun?
Arbeitsplatzmessungen beauftragen, Lüftungstechnik prüfen, Gefährdungsbeurteilung aktualisieren, ggf. Substitution prüfen.
Welche Fristen gelten?
Sofort gültig ab Veröffentlichung. Übergangsmessungen innerhalb von 6 Monaten empfohlen.
Welche Risiken entstehen bei Nichtbeachtung?
Gesundheitsschäden bei Beschäftigten, Haftungsansprüche, Bußgelder, Anordnungen der Aufsichtsbehörde.
Welche Pflichten ergeben sich daraus für Unternehmen?
Wer sollte sich darum kümmern?
Welche Dokumente sollten geprüft werden?
Praxisorientierte Bewertung
Was bedeutet die Änderung im Betriebsalltag?
Wer Isocyanate oder Formaldehyd am Arbeitsplatz einsetzt, muss jetzt prüfen, ob die bestehende Absaugung ausreicht. Viele ältere Anlagen werden nachgerüstet werden müssen.
Welche typischen Fehler passieren?
Arbeitsplatzmessungen werden nicht regelmäßig wiederholt. Häufig fehlen aktuelle Messprotokolle nach Grenzwertänderungen.
Wo entstehen häufig Haftungsrisiken?
Bei Berufskrankheiten durch Grenzwertüberschreitung haftet der Arbeitgeber. Die BG kann Regressansprüche geltend machen.
Was wird bei Audits häufig vergessen?
Prüfer fragen nach dem Datum der letzten Arbeitsplatzmessung und vergleichen mit den aktuellen Grenzwerten.
Worauf achten Behörden oder Berufsgenossenschaften besonders?
Gewerbeaufsicht prüft gezielt die Einhaltung neuer Grenzwerte, insbesondere bei bekannten Problemstoffen wie Isocyanaten.
Empfohlene Sofortmaßnahmen
- 1["Verantwortliche informieren","Bestehende Dokumente prüfen","Handlungsbedarf bewerten","Maßnahmen terminieren","Unterweisungen vorbereiten","Wirksamkeit kontrollieren","Nachweise dokumentieren"]
Was muss die Geschäftsleitung wissen?
Risiko
Hoch
Priorität
Hoch
Kostenfolgen
Hoch – Arbeitsplatzmessungen kosten 500-2.000 € pro Messreihe. Technische Nachrüstungen können erheblich teurer werden.
Organisatorischer Aufwand
Mittel bis hoch – abhängig von der Anzahl betroffener Arbeitsplätze.
Haftungsrisiken
Direkte Haftung bei Gesundheitsschäden durch Grenzwertüberschreitung.
Empfohlene Entscheidung
Sofortige Bestandsaufnahme der betroffenen Arbeitsplätze. Budget für Messungen und ggf. technische Nachrüstungen einplanen.
Ampelstatus dieser Änderung
Rot – Hoher Handlungsbedarf
Sofortige Prüfung erforderlich. Unmittelbarer Handlungsbedarf für das Unternehmen.
Dieses Rechtsmonitoring dient der frühzeitigen Identifikation relevanter gesetzlicher und technischer Änderungen. Die Inhalte basieren auf öffentlich zugänglichen offiziellen Quellen wie Gesetze im Internet, BAuA, DGUV, Bundesanzeiger, BMAS, Umweltbundesamt, EUR-Lex, ECHA und offiziellen Gefahrgutquellen. Eine individuelle rechtliche Prüfung im Einzelfall bleibt erforderlich.
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